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Wissen ist Macht XIV: Ölpest im Nigerdelta – 50 Jahre Raubbau

Die schwerste Umweltkatastrophe ihrer Art der Vereinigten Staaten von Amerika findet gerade im Golf von Mexiko statt, bei der bis heute ca. 350.000 Tonnen (ca. 400 Millionen Liter) Rohöl ausgeströmt sind, aufgrund einer Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon. Im afrikanischen Nigerdelta ist das schon lange Alltag.

Niger-Delta-Karte by projectdisaster.com

Seit 50 Jahren verursacht der Raubbau der Ölmultis eine Verschmutzung des Ökosystems. Bis zu 1,5 Millionen Tonnen Rohöl, was etwa dem 4-fachen obiger Katastrophe entspricht,  sind verantwortlich für die “vergessene Ölpest” der vergangenen 50 Jahren in der westafrikanischen Region. Zu diesen Ölmultis zählen Shell, Chevron, ExxonMobil und Total, die damit rund 600 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten. Shell fördert allein rund 40 Prozent des nigerianischen Öls. Zwar beteiligt sich Shell an der Reinigung der Böden und hat in den verseuchten Gebieten Schulen und Krankenhäuser gebaut, den Bewohnern ist das allerdings zu wenig. Der so genannte Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Menschen, die im Delta leben, haben eine Lebenserwartung zwischen 40 und 45 Jahren. Das Öl macht sie krank. Die Flüsse sind voll davon und die Erde ist auch nicht mehr fruchtbar. Fische müssen aus Nachbarregionen importiert werden, damit die Menschen etwas zu essen haben. Die Pflanzen sterben ebenfalls – das Öl hat alles verdorben.

Niger-Delta-Ölpest by New York Times

Die nigerianische Regierung steht ebenfalls in der Kritik, denn sie könnte die Firmen zwingen, bei der Ölförderung entsprechende Umweltstandards einzuhalten, aber leider ist auch hier die Korruption ein großes Thema. Weil die Mehrheit vom Ölreichtum des Landes nicht profitiert, richten viele Nigerianer ihre Wut gegen die Ölmultis. Wegen den Öldiebstählen und den Lecks, die durch veraltete oder sabotierte Pipelines entstehen, kommt es  im Durchschnitt fünf Mal pro Woche zu einem massiven Ausbruch (Spill). Die Befreiungsbewegung MEND ist hauptsächlich für diese Sabotage-Aktionen und die Entführung von Ausländern verantwortlich.

Das Nigerdelta stirbt langsam und qualvoll – die Regierung interessiert dies nicht.

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Autor: Thomas

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