Im Mittelalter wurde das Vieh von Metzgerburschen zum Markt getrieben. Gab ja schließlich keine Viehtransporter. Daraus entstand der encerrio – Stierlauf oder Stierhatz – bei dem 6 Kampfstiere und ein paar Ochsen eine Strecke von 825 m zurücklegen müssen. Voller Angst, Panik und Schmerzen durch Schläge und Stürze werden die 550 bis 700 kg schweren Tiere zur Arena getrieben.
Die menschlichen Teilnehmer, darunter auch ausländische Touristen, laufen dabei eine kurze Wegstrecke möglichst vor oder neben einem Stier her. Nur wenige Zentimeter trennen die Läufer von den tödlichen Hörnern. Adrenalin pur! Welch toller “Sport”… am Ende werden die Tiere getötet, das Fleisch verkauft und die Köpfe ausgestopft. Bei Spaniens international bekanntestem Volksfest sind ca. 3000 Polizisten und 350 Sanitäter im Einsatz. Sicherheit geht eben vor. Kritiker fordern die Abschaffung des Tiertreibens, aber die Tradition hat anscheinend Vorrang.
Neben vielen Verletzten gibt es seit 1924 nur 15 Todesopfer. Damit meine ich jetzt aber nicht die armen Tiere, sondern die Trottel, die sich dabei haben aufspießen oder niedertrampeln lassen. Dann sind da noch die Zuschauer, die das Ganze noch mehr anheizen. Dank Ernest Hemmingway, der selbst an einem Stierlauf teilnahm, und seinem Roman Fiesta wurde dieses Ereignis weltbekannt und zieht natürlich auch Touristen aus der ganzen Welt an.
In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Tierquälerei.
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